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EZ vom 10.02.2016

Lichtspektakel sind ihr Markenzeichen

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Die Twister bei einer ihrer spektakulären Lichtshows im Vereinssaal in Niederjosbach.     Foto: privat/ Weitere Fotos: www.eppsteiner-zeitung.de

Seit 16 Jahren stehen die Twister auf der Bühne und begeistern das Publikum mit ihrer Lichtshow nicht nur zur Fastnachtszeit. Gegründet wurde die Showtanzgruppe im Jahr 2000 unterm Dach des Gusbacher Carneval Clubs.

Rund ein Dutzend Tänzerinnen und Tänzer bewegen sich zur Choreographie von Tammy Sue Seebold im Schwarzlicht mit unterschiedlichen Leuchtmitteln und erzeugen damit ein „einzigartiges Lichtspektakel“, beschreibt Betreuer und Techniker Jörg Seebold die Wirkung.
Bei der diesjährigen Prunksitzung des GCC zeigten sie zum ersten Mal ihre neuen „Engelsflügel“ oder Isis Wings, wie sie den mit über 130 LEDs bestückten Lichtumhang auch nennen und begeisterteten das Publikum im Vereinssaal.
Viele Leuchteffekte werden eingekauft, andere bastelt die Gruppe selbst. „Wir sammeln das ganze Jahr Ideen für neue Effekte“, berichtete Tammy Sue Seebold, ihr Mann Jörg setzt sie um. „So gelingt es uns Jahr für Jahr unser Publikum neu zu begeistern“, berichtet Seebold. Sie treten nicht nur bei vielen Fastnachtssitzungen auf, auch im Wiesbadener Kurhaus, bei der Feuerwehr in Lorch und bei diversen Jubiläen und privaten Feiern standen sie schon auf der Bühne. Einzige Bedingung: Der Raum muss dunkel sein, damit sich die Lichteffekte entfalten können. Die Gruppe würde sich gern vergrößern und ist auf der Suche nach Nachwuchs. Die neuen Tänzer sollten mindestens 16 Jahre alt sein, Spaß am Tanzen haben, gern auf der Bühne stehen und sich in eine Gemeinschaft integrieren können. Infos unter Telefon 0175 545 04 12 oder www.gcc-ev.de. EZ

 


 

 

Höchster Kreisblatt vom 10.02.2016

Spaß im Saal, nicht uff de Gass

10.02.2016 Die Narren in Niederjosbach feiern dennoch – Besucher können die Entscheidung bei Dauerregen nachvollziehen. <span></span>

Niederjosbach.

Fastnachtsdienstag, kurz vor 14 Uhr. Normalerweise stehen die Autos schon bis an den Ortsrand, ist die Bezirksstraße in der Ortsmitte dicht, reihen sich Fußgruppen und Fastnachtswagen auf der Bahnstraße dicht an dicht. Nicht so gestern Mittag: Da herrscht tote Hose mitten in Gusbach, kein Heinz Seebold, der durch das Mikro lautstark die Gäste ankündigt, keine kleinen und großen Narren, die den Straßenrand säumen und Kamelle fangen wollen – nur Dauerregen, etwas Wind und Tristesse uff de Gass. Spätestens jetzt merkt der letzte Besucher, dass der Fastnachtszug des Gusbacher Carneval-Clubs (GCC) abgesagt ist. Auf der Suche nach den Gründen stößt man rasch oben im Vereinssaal auf GCC-Chef Seebold, der dem Fernsehsender RTL gerade ein Interview gibt. Dort begründet er die Absage gegen 11.30 Uhr ebenso deutlich wie später im Gespräch mit dem Kreisblatt: Es wolle keiner die Verantwortung für die Sicherheit der Zugteilnehmer übernehmen, die Wetterprognosen seien einfach zu schlecht gewesen. „Die amtliche Unwetterwarnung hat den Ausschlag gegeben“, teilt der Verein auf seiner Homepage mit. „Es soll niemand zu Schaden kommen, auch nicht auf dem Weg zum Umzug oder wieder nach Hause.“ Und danach folgt der deutliche Satz: „Bei dem Mistwetter wäre der Spaß sowieso nicht so gegeben wie sonst.“

Das sieht Roman Sickenberger ähnlich. Der Stellvertretende Chef der Kelkheimer Polizei hätte ein Heimspiel gehabt. Nach dem Blick auf die Unwetterwarnung sei die Entscheidung nach 11 Uhr gegen den Zug einstimmig unter den Verantwortlichen gefallen, berichtet er. „An der konnten wir nicht vorbei.“ Sickenberger weiß: „Auch wenn kein Sturm kommt, es würde dann eh keinem Spaß machen.“

Freunde schauen vorbei

Die gute Laune lassen sich die Narren trotzdem nicht vermiesen: Der GCC lädt wie gehabt zur Party in den Vereinssaal, der sich nach und nach kräftig füllt. Auch das Wiesbadener Prinzenpaar ist gerne geblieben. Wie selbstverständlich ist der Fischbacher Carneval-Verein (FCV) mit einer Abordnung gekommen. „Lieb wie wir sind, fahren wir hin. Den Heinz lassen wir nicht allein“, sagt Sitzungspräsident Michael Jung. Er könne die Absage nachvollziehen, es sei zu befürchten gewesen, dass bei diesem Wetter kaum Zuschauer kommen. „Da hat man als Aktiver auch keinen Spaß.“ Der Kerbeverein Fischbach ist mit Privatautos statt „Blue-Man“-Mottowagen nach Niederjosbach gekommen. „Jetzt sind wir schon mal hier“, sagt Vorsitzender Ralf Fischer, dann werde auch gefeiert.

Ein paar traurige Gesichter

Das gilt gleichermaßen für die heimischen Vereine, die zu einem großen Teil vorbeischauen. Der Gesangverein „Taunusliebe“ wäre als Zirkus mit Tieren, Clowns, Direktor und Dompteuren aufgelaufen. „Traurig sind wir schon, wir haben uns ja viel Mühe gegeben“, sagt Beate Mühl. „Aber wir können es nachvollziehen. Sicherheit geht vor.“ Von einer richtigen Entscheidung spricht auch Timo Schmidt vom GCC. Es sei immer schwer, eine solche Entscheidung hinauszuzögern und dann treffen zu müssen. Sein Sohn Cosimo (6) ist zwar ganz tapfer, die Enttäuschung ist dem Jungen im Star-Wars-Kostüm aber schon anzumerken.

Das gilt auch für die wenigen Leute, die draußen auf der Straße sind. „Wo beginnt denn der Zug?“, will Jana aus Bremthal wissen. Sie ist mit ihren Freundinnen Jessica und Lena den Berg runter gekommen – vergeblich. Ein wenig sauer sind sie, dass sie die Absage nicht mitbekommen haben, können das aber mit Blick gen Himmel verstehen. Sabine Göb aus Eppstein ebenfalls. Sie steht mit dem Schirm allein an der Bezirksstraße. „Es ist schade für die Kinder“, sagt sie.

Doch die sind im Vereinssaal schnell abgelenkt: Kaum spielt die Musik im Saal, schunkeln die Großen, packt Seebold die Tüte mit den Popcorn aus, schmeißt sie in die Kinder-Gruppe und lässt viel Frust vergessen. Ganz offiziell greift er noch einmal zum Mikrofon: „Wir sind Karnevalisten. Wir haben das zu nehmen wie täglich Brot, danken Gott Jokus für die tolle Fassenacht, auch wenn manchem das Herz blutet. Uns hat der Fastnachtstod eingeholt.“ Spricht’s und denkt schon wieder voraus: Er wolle sich dafür einsetzen, dass der Zug im September zum Jubiläumsfest der Niederjosbacher Jugendfeuerwehr nachgeholt wird, kündigt Seebold an. „Dann werden wir auch das Wurfmaterial für über 1000 Euro unter die Menschen bringen“, sagt er unter dem Jubel der Narren im Saal und endet emotional: „Auch der kleine Ort Gusbach lebt weiter, trotz des Regens. Die Sonne scheint schon wieder für 2017.“

(wein)

 


 

 

EZ vom 10.02.2016

GCC sagt Fastnachtszug ab

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Lisa Bergen und Laura Jung waren sichtlich enttäuscht, dass der Niederjosbacher Fastnachtszug ausfiel.   Foto: Palmert-Adorff

Morgens schien die Welt noch in Ordnung. Doch schon beim Kontrollgang entlang der Strecke kamen Zugmarschall Thomas Sossenheimer die ersten Bedenken: Der Wetterdienst blieb bei seiner Warnung für Dauerregen und Sturmböen bis 120 Stundenkilometer am Nachmittag.

Einige Absperrgitter hatte der Wind schon umgeweht. Das Organisationskomitee um GCC-Chef Heinz Seebold, Roman Sickenberger und Horst Schlapbach wog die Risiken ab und fällte gegen Mittag schweren Herzens die Entscheidung: „Wir sagen ab!“

Die gleiche Entscheidung hatten am Vormittag zahlreiche Karnevalsvereine in Hessen getroffen. Selbst der traditionsreiche Umzug von „Klaa Paris“ in Frankfurt-Heddernheim war abgesagt worden.

Kurz darauf informierte der GCC darüber auf seiner Internetseite. Außerdem standen die Telefone nicht still. 34 Fußgruppen und Motivwagen hatten sich für den Fastnachtszug am Nachmittag angesagt. Sie mussten benachrichtigt werden. Am Straßenrand standen einige enttäuschte Zuschauer, die sich trotz des strömenden Regens eingefunden hatten. „Wir hatten uns so gefreut“, sagte Lisa Bergen, die mit ihrer Freundin Laura Jung aus Eppstein gekommen war.

„Die größten Bedenken hatten wir weniger für den Umzug selbst“, sagte Sickenberger, „sondern für die zum Teil recht weiten Hin- und Rückwege der Motivwagen.“ Starken Sturmböen halten die provisorischen Aufbauten nicht stand.

Das Treffen im Vereinssaal fand trotz des abgesagten Umzugs statt. Seebold war die Enttäuschung anzusehen: „Das tut verdammt weh“, sagte der Vollblutfastnachter zur ersten witterungsbedingten Absage des Gusbacher Fastnachtszugs überhaupt: „Nur einmal, als 1991 der Golfkrieg ausbrach, wurde die Fastnacht komplett abgesagt. Sonst war ich in den 35 Jahren, die ich beim GCC bin, immer beim Umzug dabei.“

Ohne Fastnachtszug fiel natürlich auch die Prämierung aus. „Die Pokale für die schönsten Zugnummern gibt’s dann halt im nächsten Jahr“, tröstete Jung-Karnevalist Jannis Rösner den GCC-Chef. Der ließ sich von der Absage nicht entmutigen und hatte noch am Dienstag eine Idee, wie der Fastnachtszug doch noch in diesem Jahr stattfinden könnte: Als Festumzug bei der 40-Jahr-Feier der Niederjosbacher Jugendwehr im September.

Die Gusbacher feierten trotzdem

„Wir haben Bonbons und anderes Wurfmaterial im Wert von rund 1000 Euro, das müssen wir doch unter die Menschen bringen“, sagte Seebold und ließ, während draußen der Regen unerbittlich vom Himmel strömte, im Vereinssaal schon mal einen Bonbonregen auf die Kinder niederprasseln. 

Im Laufe des Nachmittags trafen im Vereinssaal nach und nach viele Zugteilnehmer und Kostümierte ein. Sie nahmen die Absage gelassen und feierten trotzdem: Die Gusbacher Äppelwoi-Fass-Daube-Dengler wurden gesichtet, die „Litfass-Säulen“ des Heimat- und Geschichtsvereins, die Mitglieder des Gesangvereins Sängerlust, deren Wagen zum 125-jährigen Bestehen im Depot stehen bleiben musste, die Sänger der Taunusliebe und die Gardemädchen. Deren Regencapes waren noch vom Vortag durchweicht.

Denn der Fischbacher Carnevalverein hatte den Sturmwarnungen getrotzt und seinen Umzug nicht abgesagt, „dafür wurden wir dort bis auf die Unterhosen nass“, berichtete Jutta Weiss, die mit den Gusbacher Knallbonbons in Fischbach mitmarschiert war, und am Dienstag in Niederjosbach hinter der Theke half.

Auch wenn die Sturmböen am Ende ausblieben, unterstützte sie die Linie des Zugkomitees: „Die heutige Entscheidung war trotzdem richtig.“ Das Risiko sei nicht einzuschätzen. Sicherheit gehe nun mal vor.  bpa

 


 

 

Wiesbadener Kurier vom 10.02.2016

Niederjosbach: Party feiern geht auch ohne Zug

Wenn es draußen stürmt und regnet, dann wird wie zur Sitzung an Fastnacht eben mehr im Saal gefeiert.	Foto: Vollformat/Markus EichelmannVon Hendrik Jung

NIEDERJOSBACH - Draußen schüttet es seit Stunden in Strömen. Nur rund um den Vereinssaal des Gusbacher Carneval Clubs (GCC) ist was los. Denn dort drängen sich mehr als 200 Närrinnen und Narrhalesen, darunter auch der Vorsitzende der Wiesbadener Dacho auf Stippvisite beim Niederjosbacher Mitgliedsverein.

Eigentlich hätte die Party erst im Anschluss an den Fastnachts-Umzug stattfinden sollen. Nun handelt es sich um das Alternativprogramm. „Es gibt eine Unwetterwarnung. Sowohl die Polizei als auch das Ordnungsamt haben uns dazu geraten, den Zug abzusagen“, erläutert Zugmarschall Thomas Sossenheimer. 15 Wagen und 19 Fußgruppen nicht nur aus verschiedenen Eppsteiner Stadtteilen, sondern auch aus Hofheim, Münster und Schloßborn hatten durch den Ort ziehen wollen. Nun zieht sich zur Musik der Gruppe Münster Mix eine Polonäse durch den Vereinssaal und von Zeit zu Zeit werden dort auch Kamellen von der Bühne geworfen.

Termin im Sommer

Die Stimmung lässt sich durch die Absage des Zuges denn auch niemand so richtig verderben. „Das ist nicht so schlimm. Immerhin feiern wir“, findet etwa der zwölfjährige Erik, der in diesem Jahr als schwer bewaffnetes Skelett unterwegs ist. „Ich finde es nicht so gut, ich habe mich schon drauf gefreut“, bedauert die gleichaltrige Anastasia. Allerdings wäre es bei dem Regen auch nicht schön gewesen, fügt sie hinzu. Es sei schon besser, dass sie jetzt in einem trockenen Minnie-Maus-Kostüm an der Party teilnehmen kann.

Als der Niederjosbacher Karnevals-Umzug vor 25 Jahren bereits einmal wegen des Irak-Kriegs ausgefallen ist, hat man ihn im Sommer nachgeholt. Das ist auch in diesem Jahr vorgesehen. „Wir haben in diesem Jahr 40 Jahre Jugend-Feuerwehr. Ich werde mich mit denen zusammensetzen und dann bekommen die eben einen Festumzug“, betont der GCC-Vorsitzende Heinz Seebold. Immerhin habe man nun für tausend Euro Kamellen auf Lager, die es unter das Volk zu bringen gilt. Doch das ist nicht für alle ein echter Trost. „Man sagt zwar oft, man wünscht sich das mal im Sommer. Aber das passt nicht. Fasching ist nun mal Anfang des Jahres“, findet Sabine Fischer. Mit ihren Kolleginnen und Kollegen von der Kerbegesellschaft Fischbach wollte sie als Blue Men Group beim Gusbacher Fastnachtszug mitlaufen. Dass es dazu nun nicht gekommen ist, findet sie zwar unheimlich schade. Andererseits sei sie aber schon froh, dass sie bei dem Wetter nicht durch die Straßen zieht, sondern gemütlich im Vereinssaal feiert.

 


 

 

Wiesbadener Kurier vom 09.02.2016

Prunksitzung in Niederjosbach 

Die Garde der „Delphine“ begeistert mit einer Polka das närrische Publikum in Niederjosbach. 	Foto: Vollformat/Markus EichelmannVon Larissa Kreisel

NIEDERJOSBACH - „Unsereins wird da die Beine schmeiße und im Spagat die Hütt‘ abreiße“ – mit diesen Worten fing Protokollant Dirk Büttner die Stimmung bei der zweiten Prunksitzung des Gusbacher Carneval Clubs (GCC) treffend ein: Im ausverkauften Vereinssaal lieferte der GCC den über 200 anwesenden Narren ein farbenfrohes Karnevalsspektakel, bei dem es niemanden auf den Stühlen hielt.

Im Programm wechselten sich Tanz, Bütt und Musik gleichberechtigt ab. Besonders großen Applaus ernteten die Gardetänzerinnen und -tänzer: „Delphine“, „Solaris“ und die „Roten Tatongkas“ zeigten bei klassischer Polka und Show-Tänzen ihr Können und ihre Leidenschaft für den Sport. Auch die Solotänze von Ann-Cathrin Müller und Jessica Kilb wurden begeistert vom Publikum aufgenommen. Weitere Solodarbietungen kamen aus dem Rednerbereich: Die stadtbekannten Büttenasse Jutta Weiß („Silberbraut“) und Elke Ickstadt („Die Moderne Frau“) trugen ihre Texte mit Humor, eindeutiger Zweideutigkeit und spitzen Zungen vor. Das Eheleben nahmen Rebekka Blaschke und Frank Kilb beim „Küchenplausch“ aufs Korn und der „Winzerborsch“ Willi Kietzmann rundete den Rednerteil als letzte Bütt des Abends ab.

Allen voran wurde Dirk Büttner bei seinem Premierenauftritt als Protokollant gelobt: Bekannt als Eppsteiner Burgschauspieler wies Büttner humorvoll und stellenweise mit ernstem Unterton beispielsweise auf den „Mülltourismus“ in der Stadt oder auf die häufigen Beleidigungen in sozialen Netzwerken hin. „Für mich gehört in Deutschland mal kräftig ausgekehrt“, schloss Büttner und schwang seinen Reisigbesen, unterstützt von heftigem Applaus.

Knaller im Raumanzug

Für die musikalischen Beiträge des Abends sorgte unter anderem die Gesangsgruppe „Knallbonbons“ in fantasievollen Weltraumkostümen mit Interpretationen wie der des aktuellen Popsongs „Astronaut“, was kräftigen Schwung ins Publikum brachte.

Über die großartige Resonanz der zweiten Prunksitzung freute sich der erste GCC-Vorsitzende Heinz Seebold ausgesprochen. „Auch unsere erste Prunksitzung ist sehr gut angekommen, da war vor allem die Jugend in der Bütt großartig“, erklärte Seebold. Es sei die Arbeit mit der Jugend im GCC, die ihm am meisten Freude bereite: „Daran hängt mein Herz“, bekannte der seit 35 Jahren amtierende Sitzungspräsident. Überdies trete jeder an diesem Abend ohne Gage auf, und es werde kein Englisch auf der Bühne gesprochen. „Bei der Fastnacht müssen wir die deutsche Kultur pflegen, deshalb hat meiner Meinung nach die englische Sprache an so einem Abend nichts auf der Bühne zu suchen“, stellte Seebold klar.

 


 

 

Höchster Kreisblatt vom 29.01.2016

EXTRA

29.01.2016

 Zum letzten Mal der Junior-Protokoller: Janis Rösner.Foto: Knapp

Zum letzten Mal der Junior-Protokoller: Janis Rösner.

Nun heißt es Abschied nehmen von Kindersitzung und Protokoll. Ein Anderer diese Aufgabe nun übernehmen soll.“ Es waren die letzten Reime, die Janis Rösner bei „Jugend in der Bütt“ des Gusbacher Carneval-Clubs über die Lippen gingen. Der Jugendliche verabschiedete nach engagierten Jahren als Berichterstatter von der Bühne. „Ich mache Platz für ein neue Gesicht und hoffe, ihr vergesst mich nicht.“

Allerdings teilte Janis zum Abschied vor vollem Haus mit vielen Kindern und ihren Familien noch einmal aus. So bekam die Deutsche Bahn ihr Fett weg, weil sie am Abfluss der S-Bahn-Brücke nach dem schlimmen Hochwasser nichts getan habe. „Wenn es mal wieder so stark regnet, sind wir doch wieder mit einem See gesegnet“, reimte Janis. Lobend hob er die neuen Stühle im Vereinssaal hervor – die für Sitzungspräsident Heinz Seebold eine Tücke seien: „Aber der Heinz, der hat’s dann schwer. Aufstehn für Schunkellieder – das will dann keiner mehr.“

Apropos Präsident: In einer zweiten Büttenrede träumte Janis Rösner von einer Karriere im Elferrat. „Mit ihm würd’ ich gerne mal wieder tausche, dann würd’ es hier so richtig rausche“, sagte er im Zwiegespräch mit Seebold. Doch der glaubt nicht so recht, „dass du mich kannst ersetzen, du kannst ja noch nicht mal richtig hessisch schwätzen“. Nachdem Janis den Platz ausprobiert hat, sind sich beide einig: Heinz bleibt noch der „Faschings-Star“, aber der Junior steht in den Startlöchern. Seebold: „Er ist ein sehr guter Lehrling, nimmt an, was der Chef sagt.“ 2017 werde er ihn in die Prunksitzungen einbinden.

Stolz kann er auf den kompletten Nachwuchs sein, seinen es die vielen Garden, Emeli Iglesias-Weber und Dominik Grossmann in der Bütt, die jungen Tänzer Jessica Kilb, Jacklyn und Julia Kleindienst sowie die Mini-Playback-Show.

( wein)

 


 

 

Höchster Kreisblatt vom 29.01.2016

Gusbacher Carneval-Club Licht und Liebe, Grantler und Diebe

29.01.2016 Von MARTINA WEYAND-ONG Der Gusbacher Carneval-Club imponierte einmal mehr in seiner guten Stube. Rebekka Blaschke und Frank Kilb beim Küchenplausch . . .

Foto: Knapp Rebekka Blaschke und Frank Kilb beim Küchenplausch

Niederjosbach.

Auch wenn das GCC-Urgestein Heinz Seebold bekniet worden ist, doch auch noch über seinen 70. Geburtstag im Juni hinaus weiter die Geschicke des Gusbacher Carneval Clubs zu leiten, zeichnet sich so langsam ein Generationswechsel ab (siehe auch Artikel „Extra“ rechts). Nach dem Einmarsch des Elferrats und dem Solotanz von Ann-Cathrin Müller gab Dirk Büttner bei der ersten Prunksitzung sein erfolgreiches Debüt als „Besenmann“.

Der Besen war dem 37 Jahre alten Familienvater und CDU-Politiker im ehemaligen Besenbinderdorf schon 2015 symbolisch von Anton Dostal, der das närrische Hochamt des Protokollers 16 Jahre lang inne hatte, auf der Bühne überreicht worden. Neben dem „formschönen Besen“ und ein „paar warmen Tipps“ habe Dostal ihm damit auch die „Plagerei mit den Reimen vererbt“, klagte Büttner, der sich dann ans Auskehren machte getreu dem von Seebold ausgegebenen Motto: „Wer Gusbach nicht ehrt, wird aus dem Ort gekehrt!“

Das betreffe auf jeden Fall denjenigen, der „instinktlos“ den fahrenden Bäcker Schrank wegen seinem Gehupe einmal in der Woche angezeigt hatte, sagte Büttner. Der Besenmann wetterte auch gegen den „Mülltourismus“ auf dem „Gusbächer Bolzer“, auf dem einem der Spaß am Fußball vergehe. Auch die Apfelklauer würden nicht mehr belehrt, sondern künftig ausgekehrt. Büttner prognostizierte, dass die Straße nach Niedernhausen solange Baustelle bleiben wird, bis der Berliner Flughafen endlich fertig sei. Und angesichts des Generationswechsels, in dessen Rahmen nun auch die Frauen in den Elferrat drängten, könne „unser Heinz“ dafür dann die „Beinscher schmeisse“, schlug der neue Protokoller vor.

Neben Büttner meisterte Felix Mundorff bei der ersten Prunksitzung seine Premiere bei der Gesangseinlage mit Heinz Sachs. Auch „Schorsch und Hildegard beim Küchenplausch“ waren als Paar ganz neu im Programm, nachdem Rebekka Blaschke in der letzten Kampagne mit dem Ehlhaltener Ortsvorsteher Frank Kilb ihre große Liebe gefunden hat, wie der Sitzungspräsident verriet. „Als mich die Rebekka gefragt hat, ob sie ihr Anhängsel mitbringen darf in die Bütt, habe ich sofort ,ja‘ gesagt, als ich gehört habe, wer das ist“, betonte Seebold.

Bei der ersten Prunksitzung gingen auch solche erfahrenen GCC-Aktiven in die Bütt wie Jutta Weiss, die als „Silberbraut“ Bilanz über 25 Ehejahre zog. Elke Ickstadt machte sich über die „moderne Frau“ lustig, die noch nicht einmal in der Lage sei, gescheit putzen zu können. Anton Dostal mimte den Griesgram, der sich darüber beschwert, dass seine Frau ihn zu dick findet. Dabei sei sein Bauch nur dem Apfelwein geschuldet und damit Biomasse. Passend dazu gab Willi Kietzmann den „Winzer-Borsch“.

Nicht fehlen durften auf der Prunksitzung die Garden, angefangen von den „Delphinen“ über „Solaris“ bis zu den „Roten Tatongkas“ und Solo-Tänzerin Jessica Kilb, auf die der GCC zu Recht stolz sein kann. Ein weiterer Höhepunkt des Abends war die „Mondreise“ der Gesangsgruppe „Knallbonbons“, die von der sagenhaften Lichtershow der „Twister“ und der Playback-Show der „Chartbreaker“ abgerundet wurde.

Die zweite Prunksitzung ist am Fastnachtssonntag um 19.11 Uhr. Unter dem Motto „Uff die Gass und Juchhee – Fassenacht beim GCC“ gibt es noch wenige Restkarten für 10 Euro.

 


 

 

EZ vom 27.01.2016

GCC feiert Fastnacht außerirdisch und mit Herzblut

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Die Mädchen der Tanzgarde Solaris verwandelten sich von Cowgirls in Saloongirls. Die prächtigen Rüschenröcke haben sie selbst genäht und dafür 110 Meter Stoff verarbeitet.  Foto: mi

In Gusbachs „guter Stubb“ 

ging es am vergangenen Wochenende hoch her: Die außerirdisch gestylte Frauengesangsgruppe sang galaktische Lieder von ihrer Mondreise, die Solo-Tänzerinnen und Garden des Gusbacher Carneval Clubs (GCC) wirbelten in tollen Kostümen über die Bühne des Vereinssaals und das teils Besen bewehrte „Reinigungspersonal“ in der Bütt schoss so manchen Vogel ab.

Auf der ersten Prunksitzung des GCC am Samstagabend ließ Sitzungspräsident Heinz Seebold keinen Zweifel darüber, dass er dem GCC weiter vorstehen wird – obwohl er dieses Jahr seinen 70. Geburtstag feiert und immer vorhatte, sich dann zur Ruhe zu setzen. Dass Seebold dem Karneval 35 Jahre verhaftet blieb, liegt – wie er erzählt – an der Bremthaler Oma: „Bub“, sagte die zu ihm, „du bist doll, du kannst nicht anders sein“.

Auf der Jugendfastnacht am Sonntagnachmittag schließlich rüttelte Gardetänzer und Büttenredner Janis Rösner am Thron des „Sitzungspräsidenten mit Leib und Seele“, der dann auch das Feld räumte und dem Jüngeren seinen Platz überließ. Aber nicht für lang, dann übernahm der launige Seebold wieder das Zepter. „In ein paar Jahren stehe ich wieder vorm Tor und wer weiß, was dann passiert“, ließ Rösner im stillen Einvernehmen mit Seebold hoffen.

Karnevalist Rösner stand dieses Jahr zum letzten Mal als Protokoller bei „Jugend in der Bütt“ im Rampenlicht. Neben Schelte für Schmierereien auf dem Dorfplatz und das rücksichtslose Verhalten mancher Autofahrer, die den Schleichweg von Gusbach nach Niedernhausen über den Radweg nehmen, teilte er auch Lob aus: Am Bahnhof seien fast alle Flut bedingten Schäden fort.

Auf der Prunksitzung gehörte die Bühne dem Protokoller Dirk Büttner, nachdem sich Besenmann Anton Dostal im vergangenen Jahr „selbst ausgekehrt hatte“. Innerörtliche und überregionale Themen präsentierte er wohl gereimt. Die Anzeige gegen den fahrenden Bäcker Schrank, Dreck auf dem Gusbächer Bolzplatz, freche Apfeldiebe, Zwist und Streit kehrte der Protokoller genauso aus wie die Verantwortlichen, die den Neubau der Verbindungsstraße zwischen Gusbach und Niedernhausen ein Jahr planen und dann nicht fertig werden.

Drei Sitzungen zum Auftakt – Crazy-Irrenhaus beim GCC

Und was ist vom Flughafen Berlin, dem Bahnhof in Stuttgart, Pegida auf der Straße und Silvester in Köln zu halten? „Vieles was mich ganz gewaltig stört, für mich gehört in Deutschland kräftig ausgekehrt“. Wie zuvor stimmte das Publikum in den Spruch ein.

Danach brachte Sänger Felix Mundorff begleitet von Heinz Sachs am Keyboard mit Schunkelliedern den Saal in Stimmung. Es war sein erster Auftritt bei einer Prunksitzung des GCC, der gleich von viel Zustimmung gekrönt war.

In die Bütt stieg Jutta Weiss diesmal als Silberbraut, die berichtete, wie sich ihr Eheleben in 25 Jahren verändert hat. Viel Hausarbeit, mehr Leid als Freud kann man sagen, aber des Pudels Kern ist: „Ich hab mich an den Trottel gewöhnt und hab’ den Kerl trotzdem gern“. Als Pendant trat Elke Ickstadt als „Moderne Frau“ auf, die weder putzen noch kochen, aber dafür mit dem Computer umgehen kann und bei Hitze gerne Schwimmen geht.

Rebekka Blaschke und der sich stoffelig gebende Frank Kilb aus Ehlhalten führten den Sketch „Schorsch und Hildegard beim Küchenplausch“ auf. Blaschke, die im vergangenen Jahr auf närrische Art ihre Männersuche im Internet öffentlich gemacht hat, präsentierte sich mit Gesichtsmaske und Gurkenscheibe, er im Kittel mit Schirmmütze und einer Flasche Bier an den Lippen. Kein Wunder, dass Schorsch in dieser komödiantischen Einlage oftmals unter den Erwartungen seiner Hildegard blieb, was das Publikum dennoch oder gerade deshalb mit viel Applaus belohnte.

Anton Dostal machte „Das hat’s früher net gebbe“ zum Thema. Männer, die Rhabarberschorle trinken und unangemachten Salat essen, gehören ebenso dazu, wie Frauen, die nicht wie Frauen aussehen. Ganz zu schweigen von Pizza, die wie Pappe schmeckt, vegane Ernährung und Besuchen im Sportcenter. Nach Dostal folgte Willi Kietzmann, seit diesem Jahr Senator im Elferrat, mit „Winzer-Borsch“ in der Bütt.

Die Garde „Solaris“ ließ sich für ihren Show-Tanz „Saloon“ etwas Besonderes einfallen: Auf der Bühne verwandelten sich die Cowgirls in neckische, Unterrock schwingende Saloongirls.

Anerkennung fand bei Seebold die mit Dreispitz behütete Garde Rote Tantongkas bei der Polka. Beim Show-Tanz „Crazy-Irrenhaus“ schossen sie im Anstaltsdress munter mit Wasserpistolen um sich. Der Show-Tanz „Mexiko“ der Delphinen-Garde begeisterte das Publikum von Prunksitzung und Jugendsitzung gleichermaßen. Mit von der Partie war der als Mexikaner verkleidete Leon Luca, ein achtjähriger Knirps aus Ruppertshain, den die Gardemädchen in luftige Höhen stemmten.

Die Jugend empfing auf ihrer Sitzung hohen Besuch: Das Wiesbadener Kinderprinzenpaar, Ricardo I. und Vanessa II., machte den Gusbachern seine Aufwartung und beglückte sie mit Reimen. Die Schmetterlinge flatterten und tanzten als Afrikaner verkleidet über die Bühne. Die Mäuse-Garde zeigte im Zwergenkostüm ihr Können und bei der Mini-Playback-Show. Als Gastredner trat Lukas Rasch auf, dessen Vortrag um säuerliche und süßliche Apfelerzeugnisse kreiste. Büttenrednerin Emeli Iglesias-Weber sensibilisierte für den Stress, den nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder haben. Ihr guter Rat: „Ertrage die Lehrer, es geht alles vorbei“. Das Bütten-Talent Dominik Grossmann legte noch eine Schippe drauf: „Der Fuchs ist schlau und stellt sich dumm, bei Lehrern ist es anders herum“, schloss er seine pointenreiche Rede, die bei den jugendlichen Karnevalisten gut ankam.

Die Reihen auf der ersten Prunksitzung am Samstagabend waren in diesem Jahr etwas lichter als in den Vorjahren, was wohl dem Glatteis geschuldet war. „Die Prunksitzung heute ist die Generalprobe für unsere Sitzung am Faschingssonntag. Gekommen sind die ganz Treuen“, erklärte Seebold. Die zweite Prunksitzung ist nahezu ausverkauft.

Am vergangenen Dienstag bestritten die Garden des GCC mit Seebold und weiteren Büttenrednern den Kreppelkaffee der Senioren in der Gusbacher Narhalla.

 


 

 

EZ vom 20.01.2016

GCC-Senatorenempfang läutet heiße Phase ein

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Heinz Seebold und Karin Dostal (v.l.) vom GCC begrüßten hohen Narren-Besuch im Vereinssaal.

Hoher Besuch beim GCC: Zum alljährlichen Senatorenempfang des Gusbacher Carneval Club kam am vergangenen Samstag auch das Prinzenpaar der DACHO aus Wiesbaden, im Schlepptau der Vorsitzende der Dachorganisation, Simon Rottloff, Ehrenvorsitzender Werner Mühling und einiges an Gefolge.

Prinz Harald I. betonte, dass er ein „waschechter Vockenhäuser Bub“ sei und schon deshalb zusammen mit Prinzessin Jasmine I. sehr gerne nach Eppstein gekommen ist. Als weitere Hoheit konnten die Gusbacher aus Bad Soden ihre Lieblichkeit, Christin I., 68. Prinzessin auf Sodenias Thron, mit großem Gefolge begrüßen. Viele Abordnungen aus befreundeten Karnevalsvereinen von Diedenbergen bis nach Wiesbaden trafen sich in „Gusbachs guter Stubb“, dem Vereinssaal, und alle Redner und Rednerinnen betonten, dass sie immer wieder gerne nach Niederjosbach kommen, weil sie die familiäre Atmosphäre beim GCC schätzen.

GCC-Vorsitzender Heinz Seebold freute sich über das Lob und den Zuspruch, schließlich sei der Senatorenempfang ein wichtiges Ereignis für den Verein: „Hier werden die Senatoren geehrt, die als Sponsoren eine wichtige Funktion in unserem Verein haben.“ Ausnahmslos alle Gelder, die durch die Spenden der Senatoren eingehen, werden für die Jugendarbeit verwendet und dienen der Finanzierung der Gardegruppen. Neue Kostüme, Trainerbezüge und so weiter, all das kann sich der Verein nur durch die Spendefreudigkeit leisten. Immerhin ist der GCC sowohl im MTK, als auch im Wiesbadener Raum einer der Fastnachtsvereine mit der aufwendigsten Jugendarbeit. Derzeit werden beim GCC etwa 75 Jugendliche und Kinder in sechs Gruppen das ganze Jahr über trainiert und betreut.

Der Senatorenempfang ist aber auch der feierliche Rahmen für weitere Ehrungen. In diesem Jahr wurde Claudia Sossenheimer für 22 Jahre Mitgliedschaft geehrt. Jutta Weiß und Janett Mühl bekamen die Goldene Narrenkappe verliehen für besonderes Engagement im Verein. Im Kreis der 35 Senatoren wurde Willi Kietzmann als 36. Mitglied feierlich aufgenommen.

„Am kommenden Samstag geht’s nun endlich richtig los“, freute sich Anton Dostal. Als Protokoller und Gusbacher Besenmann eröffnet er die erste Prunksitzung am Samstagabend im Vereinssaal. Beginn ist um 19.11 Uhr, Einlass um 17.33 Uhr. Am Sonntag steigt dann die Jugend in die Bütt. Einlass ist um 13.33 Uhr, Beginn um 15.11 Uhr. Ilona Kietzmann vom GCC meldet, dass es für beide Veranstaltungen noch Karten an der Tageskasse gibt und verspricht ein buntes Programm mit viel Gesang, Tanz und Musik.   EZ/Foto: privat 

 


 

 

WK vom 18.02.2015

Wiesbadener Dacho erstmals beim Fastnachtszug in Niederjosbach

NIEDERJOSBACH - Der Fastnachtszug des Gusbacher Carneval-Clubs stimmt sogar die Ordnungshüter närrisch: "Helau!", quäkte es gut gelaunt aus dem Lautsprecher des Polizeiautos an der Spitze des Zuges. Mit 13 Fußgruppen, ebenso vielen Fahrzeugen und einem wahren Wurfmaterialregen begeisterte der Zug Niederjosbacher und Schaulustige aus der Umgebung. Dicht standen kostümierte Kinder, Jugendliche und Erwachsen gleich an der Kreuzung Bahn-/Bezirkstraße/Zum Zimmerplatz. Hier moderierte Sitzungspräsident und Vorsitzender Heinz Seebold das Spektakel, bis der Komiteewagen als Letzter losfuhr. Direkt vor ihm marschierten die GCC-Gruppen wie die Garden mit einer Überraschung: Sie zeigten sich der Öffentlichkeit zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte in einheitlichen Kostümen.

Drei Dinge freuten Seebold besonders: "Lang hat’s gedauert, bis die Dacho den Weg aus Wiesbaden nach Niederjosbach gefunden hat", betonte er, dass sie keinen der 33 Umzüge in 34 Vereinsjahren ihres Mitgliedes besucht hatte – bis jetzt: Mit dem Dacho-Vorsitzenden Simon Rotloff jubelte fast der komplette Vorstand dem Zug zu. Strahlen ließ Seebold zudem, dass von der Comeniusschule Karnevalsnachwuchs kam: Die 4c lief als schwarz-weiße Harlekins mit. Vor allem freute ihn aber, dass unter den Teilnehmern wie Zuschauern alle Stadtteile Eppsteins vertreten waren: "Endlich sind wir so zusammengewachsen, wie es sich gehört!", rief Seebold.

Polizei und Ortsfeuerwehr folgte der Magistrat im alten Ehlhaltener Feuerwehr-"Cabrio". Die Kelkheimer "Knüppelgeister" trommelten der Schlossborner Garde den Takt vor und Lorsbachs Äppelquetscher präsentierten wieder ihre Kelterhaus-Hütte, die der Taunusclub Oberursel 1960 gebaut hatte. Zwischen der Bremthaler Kerbegesellschaft Amor im Safari-Wagen und der aus Fischbach als Römer in der Asterix-und-Obelix-Burg setzten die Bremthaler Wanderzwerge den Höhepunkt: Mit einem Riesenfoto vom Wasser in der Bahnunterführung, lustigen Bildern, Badeenten und einem großen Frosch hatten sie ein rollendes "Spaßbad Bremthal" gestaltet, das Zwerge umtanzten. Als Bademeister schleppt Zwerg Peter Lange den Stöpsel. Bremthaler hatten dazu einen Stallwagen zu "Bauer sucht Sau" gestaltet. Fischbachs Carneval-Verein war mit Garde, Komitee- und Landskechte-Wagen dabei, die Sängerlust im Blumenwagen und der GV "Taunusliebe" als Hippies. Vockenhäuser Hexen verteilten Rosen und Tulpen. Zur Musik der "Edelweiß-Boys" folgte das zweite Hauptthema bei der anschließenden Party im Vereinssaal: Raupen und Schmetterlinge jedes Alters vom TuS luden zu seinem 125-Jahre-Fest Ende Mai ein.

 


 

 

Höchster Kreisblatt vom 18.02.2015

Sogar die Bremthaler feiern mit

Von Manfred Becht

Der "kleinste und feinste Fastnachtszug" im Kreis, so die Organisatoren, beschloss die Straßenfastnacht für die jetzt zu Ende gegangene Kampagne.

Niederjosbach. 

Wenn Fastnacht ist, fällt sonst friedlichen Menschen der Lokalpatriotismus wieder ein, vor allem in den Eppsteiner Nachbarorten wie Niederjosbach und Bremthal, wo das zur örtlichen Folklore gehört. Heinz Seebold, Chef des Gusbacher Carneval Clubs (GCC), gibt sich zu Beginn des Fastnachtsumzugs zwar versöhnlich und freut sich über die Bremthaler Zuschauer. Und nicht nur das – die Gusbacher Fastnachter haben sogar einen Bremthaler zum Senatoren gemacht. Die Ortsteile der Burgstadt wachsen erfreulicherweise zusammen, meint Seebold angesichts solch närrischer Verbrüderungen.

Aber dann kann es sich der Niederjosbacher "Chef-Fastnachter" doch nicht verkneifen, die Bremthaler darauf hinzuweisen, dass sie in ihrer Ortsmitte auch keine der alteingesessenen Gastwirtschaften mehr haben, in denen man ein Bier trinken kann. Und ein Schwimmbad werde es in Bremthal auch so schnell nicht geben, griff er eine Diskussion aus den 70er Jahren auf. Aber man könne ja Eppstein fluten, dann könne man da schwimmen – wenn es gegen Eppstein geht, vertragen sich Niederjosbacher und Bremthaler sogar blendend.

Veranlasst sah sich Heinz Seebold zu solchen Betrachtungen über den Motivwagen der "Wanderzwerge Bremthal". Die muntere Truppe, die in drolligen Zwergenkostümen daherkam, hatte das Hochwasser vom vergangenen Sommer mit einem großen Motivwagen zum Thema gemacht, auch wenn dies damals in Niederjosbach kaum jemand lustig fand.

Bremthals Ortsvorsteher Guido Ernst legte noch einen drauf: "Wenn Fastnacht ist, kommen wir sogar freiwillig nach Niederjosbach", flachste er. Immerhin, er dehnte den Bezug drunten im Tale aus und war nach dem Zug auch noch im Vereinssaal zur Faschingsparty anzutreffen. Dort könnte er seine Niederjosbacher Amtskollegin Andrea Sehr getroffen haben, die zuvor eine große putzig kostümierte Kindergruppe des TuS Niederjosbach beim Umzug durch den Ort geleitet hatte.

Überhaupt: Um den Nachwuchs braucht man sich nicht nur bei den Niederjosbacher Narren keine Sorgen zu machen. Der Karneval-Verein Schloßborn fiel ebenso wie der Gusbacher Carneval Club durch die große Zahl von Kindern auf, die mit durch den Ort marschierten. "Die haben genau so schöne Mädels wie wir", lobte Seebold die Schloßborner Garde. Der eigene Verein hat dem Nachwuchs jetzt neue Kostüme spendiert, die jetzt erstmals gemeinsam präsentiert wurden. Drei Jahre hat der GCC daran gearbeitet.

Dass der Verein mit der zweitgrößten Abordnung ausgerechnet aus Fischbach kommt, ist kein Zufall, auch beim dortigen Carneval Verein ist Seebold aktiv. Insofern hatte er auch einen besonderen Gruß für Eppsteins Erste Stadträtin Sabine Bergold übrig, die ja in Kelkheim Bürgermeisterin werden will. "Bleiben sie doch noch ein bisschen da", appellierte er aus Niederjosbacher Sicht – ob er sie an seinem Fischbacher Wohnort nicht haben möchte?

Das bleibt einstweilen sein Geheimnis, und das war auch alles, was es an Auseinandersetzung mit lokalen Themen auf sich hatte. Man werde sich die Fastnacht nicht verderben lassen, spielte der Vereinschef auch noch auf andernorts abgesagte Umzüge und die Diskussionen um politische und religiöse Karikaturen an.

In Niederjosbach ging es harmlos zu – da waren noch die Vockenhäuser Hexen zu sehen, seit den ersten Tagen des Fastnachtszuges in den 80er Jahren dabei und ebenso ein Blickfang wie die Gruppe des Niederjosbacher Gesangvereins Taunusliebe, die sich mit Schlaghosen, bunten Hemden und lockigen Perücken als Hippies präsentierte. Besonders begrüßt wurden die als Pierrots verkleideten Schüler der Klasse 4c der Comeniusschule, die ohne Lehrer nach Niederjosbach gekommen waren.

Die Lorsbacher Äppelquetscher brachten die Tradition des Apfelweinkelterns in die Niederjosbacher Fastnacht ein; der Kerbeverein Fischbach präsentierte sich als Asterix und Obelix gallisch, Musik kam von den "Knüppelgeistern" der TSG Münster und von den "Edelweiß-Boys".

 


 

 

Eppsteiner Zeitung vom 18.02.2015

Zum Abschluss nach Gusbach

Die Kinder freuten sich über den süßen Regen und sammelten fleißig.   Fotos: Julia Palmert

Aus Heftrich, Schloßborn und Wildsachsen, Fischbach und Niedernhausen kommen eingefleischte Fans, um den Fastnachtszug des GCC zu sehen. "Wir feiern gern Fastnacht und zum Abschluss geht’s nach Gusbach", freute sich Familie Mahlmann aus Wildsachsen am Dienstagnachmittag.

Tochter Teresa präsentierte einen prall gefüllten Stoffbeutel mit Süßigkeiten. "Gewogen haben wir sie nicht, aber so viele Kamelle wie dieses Jahr haben wir wohl noch nie geworfen", vermutet GCC-Chef Heinz Seebold, "die Senatoren hatten zum Schluss Muskelkater in den Armen!" Klein aber fein war der Umzug in diesem Jahr: 30 Wagen und Fußgruppen hatten sich angemeldet. Fast genauso bunt und phantasievoll wie im Zug waren auch die Kostüme am Straßenrand. Die Stimmung war enorm. Selbst die kleinsten waren heiser von den "Helau"-Rufen. 3000 bis 4000 Zuschauer schätzt Seebold ließen sich den närrischen Lindwurm nicht entgehen. Zu den schönsten Zugnummern zählte die Jury am Ende die Lorsbacher Äppelquetscher, die ein Kelterhaus auf ihrem Wagen errichtet hatten.

Preiswürdig waren die Wanderzwerge aus Bremthal, angeführt von "Bademeister" Peter Lange. Sie wiesen auf ihrem Wagen den Weg zum "Spaßbad in Gusbach" und zeigten ein Plakat mit badenden Zwergen im aufgestauten Hochwasser in der Bahnunterführung. Einen zweiten Platz holten auch die Fischbacher Kerbeburschen mit ihrem Mottowagen "Asterix und Obelix", die Bremthaler Kerbeburschen erhielten für ihre tierische Maskerade den dritten Platz.

Ein dickes Lob zollte die Jury den Jungen und Mädchen der 4c der Comenius-Schule. Sie präsentierten den Slogan "Adieu Comenius-Schule – Willkommen Zukunft" als Bajazzo in schwarz-weißen Kostümen. 

Die Sportler des TuS Niederjosbach fühlten sich "vom Jubiläum beflügelt" und flatterten als Schmetterlinge in den Vereinsfarben schwarz-orange hinter dem Buggy mit dem Jubiläumsmotto "Tag und Nachtfalter feiern mit und ganz Gusbach hält sich fit!" Vereinschef Heinz Brückner allerdings traute der Tragkraft der Flügel nicht und ging lieber als grüne Raupe mit. 

Gusbachs Fastnachtszug war fröhlich, bunt und absolut friedlich 

Den närrischen Lindwurm führte der Magistrat im historischen Borgward der Ehlhaltener Feuerwehr an, gefolgt von den trommelnden Knüppelgeistern aus Münster. Mit drei Zugnummern war der Carneval Verein Fischbach wieder stark vertreten. Hinter den großen Motivwagen kamen als Kontrast die kleinen Tänzerinnen der TSV-Garde aus Vockenhausen.

Die Sängerinnen und Sänger der Taunusliebe hatten ihre Kostüme mit Pril-Blumen übersät und erinnerten unterm Motto "Je oller, je doller", in Blümchenkleidern und -hemden an die Hippie-Zeit der 70er Jahre. Der Männerchor Sängerlust warb auf seinem Wagen in eigener Sache: "Singen heißt verstehen". Die Vockenhäuser Hexen verteilten Frühlingsblumen und Popcorn.

Den Abschluss bildeten wieder die Garden des GCC. Angeführt wurden sie von der Mini-Garde, den "Mäusen". Ganz in Schwarz gekleidet erinnerten die "Twister" an ihre Bühnenauftritte mit leuchtenden Neonröhren in der abgedunkelten Halle.

Nach dem Umzug feierten die GCC-Narren noch ausgelassen im Vereinssaal. Auch für die beiden DRK-Rettungssanitäter Silke und Stephan Racky war der Einsatz in Niederjosbach der letzte in dieser Fastnachtssaison und gleichzeitig einer der friedlichsten: Während der närrische Lindwurm sich seinen Weg durch die Straßen suchte, lösten sie Kreuzworträtsel und lasen. Nach deutlich einsatzreicheren Tagen am Fastnachtswochenende freuten sich die beiden über einen "schönen und ruhigen Saisonabschluss" beim GCC.   bpa

 


 

 

Eppsteiner Zeitung vom 04.02.2015

GCC-Nachwuchs: Farbenfroh, urkomisch und frech

Speedy Gonzalez lässt grüßen – Die Mäuse begeisterten mit ihrem Showtanz.   Fotos: Frerichs

Eine Invasion niedlicher Nager eröffnete am vergangenen Sonntag beim Gusbacher Carneval Club (GCC) die Sitzung "Jugend in de Bütt" im Niederjosbacher Vereinssaal.

Kaum war der große Einmarsch aller Gardegruppen und des Elferrats zu Ende, da wuselten bereits die "Mäuse", die jüngste Garde des GCC, auf die Bühne. Schnell formierten sie sich in ihren gelben Kostümen zum Gardetanz nach den Klängen des Radetzki-Marsches.

In der Rolle des Protokollers ließ Janis Rösner herausragende Ereignisse aus fast allen Eppsteiner Stadtteilen Revue passieren: Die Überschwemmung in Niederjosbach brachte Rösner auf originelle Ideen: Die abgesoffene Obergasse tauge nur noch zum Wellenreiten und an der Unterführung am Bahnhof könne man eine Pier für Fähren bauen. Im Gegensatz zum Baugebiet am Hollergewann mit seinem hellen LED-Licht, sei die Radarfalle in Eppstein völlig unterbelichtet, hatte sie doch das Pony Stracciatello, statt des Rasers geblitzt. Auch Vockenhausens Baustellendrama kam zur Sprache, genauso wie die Verkehrsschilder-Aktion als "Parkverbot im gelben Sack".

Nach dem Protokoller bewies Jessica Kilb mit einem beeindruckenden Solo ihre tänzerische Extraklasse. Ihr Beitrag enthielt einige akrobatische Einlagen und endete im perfekten Spagat. Kilb tanzt nicht nur in Niederjosbach, sondern gehört auch zur Stadtgarde der Wiesbadener Dacho. Auch Antonia Ott tanzt bei der Stadtgarde Wiesbaden. Dann las Lucas Rasch den elf Herren des Elferrates die Leviten und forderte: "Jugend an die Macht und weg mit den Alten". Vor allem wünsche er sich einen gemischten Elferrat. Sitzungspräsidenten Heinz Seebold nahm den jugendlichen Unmut mit Humor und verteilte zum Orden noch weiße Plüschbärchen. Eine Tradition, die er vom im vergangenen Jahr verstorbenen Elferratsmitglied Heini Fritz übernommen habe, erklärte Seebold. "Behandle mir die Jugend gut", habe Fritz ihm mit auf den Weg gegeben.

Dann flatterten zwölf Schmetterlinge auf die Bühne. Für einen Schmetterling war es ein besonderer Tag: Michaela feierte ihren zwölften Geburtstag und Seebold lud den ganzen Schwarm zum Kuchen ein. Von diesen Leckereien gab es reichlich Auswahl an der Theke.

Nach der Pause schwammen zehn Delphine in gelb-schwarzem Kostüm über die Bühne und interpretierten den Fluch der Karibik in Gardetanzmanier. In der Garde der 13- bis 16-Jährigen tanzt auch Protokoller Janis Rösner und zeigte, wie vielseitig Karneval sein kann.

Dann folgte Dominik Grossmann mit seinem Anglerlatein. Dass Angler oft nur kleine Fische nach Hause brächten, sei doch logisch; die großen würden nicht in die Pfanne passen. Grossmanns schauspielerisches Talent blitzte beim Nachtangeln mit Campingzelt auf. Was tun, wenn Stange A in Lasche C gesteckt und mit dem Hering B befestigt werden soll? Hering B könne nur ein Bismarkhering sein, der als Befestigung allerdings nur tiefgefroren funktioniere. Dominik brachte Kokolores auf wunderbar erfrischende Art dar und erntete stürmischen Applaus.

Zu Ehren von Speedy Gonzalez, der schnellsten Maus von Mexiko, schlüpften die "Mäuse" für ihren Showtanz in graue Anzüge mit langem Schwänzchen. Nach den Mäusen folgten direkt Chantal Steimer und Nicole Lierhammer mit ihrem Streitgespräch als Mutter und Tochter. Das seien zwei neue Gesichter in der Bütt, "aufgehende Sternchen am Karnevalshimmel des GCC", begrüßte Sitzungspräsident Seebold die beiden jungen Mädchen. Natalie brachte in der Rolle der Mutter ihre Wut über die gedankenlose Nutzung des "Hotels Mama" zum Ausdruck. Doch Chantal als Tochter gab ihr Kontra und erklärte der Mutter die Welt. Große Pläne hatte die Kleine, träumte gar davon, Germanys next Topmodell zu werden. Natalie wünschte ihr statt dessen acht Kinder. Der Applaus war groß, das Gelächter auch.

Der Ausklang gehörte den Mäusen. Sie beendeten das Programm mit ihrer Mini-Playback-Show. Dafür posierten sie mit dem passenden Outfit zu jedem Lied: Luftmatraze, Uhr, Bilderrahmen, Teddybär, Wolkenkissen und Sonne wurden angeschleppt.

80 Jugendliche seien beim GCC aktiv, seit 22 Jahren gebe es die Jugend in der Bütt, erzählte Sitzungspräsident Seebold. Nach fast drei Stunden schwebten viele Luftballons von der Saaldecke und beendeten das bunte Treiben vorübergehend. Die zweite Prunksitzung steigt am Sonntag, 15. Februar, um 19 Uhr 11 im Vereinssaal. Am Faschingsdienstag, 17. Februar, beginnt um 14 Uhr 11 der Faschingsumzug durch Niederjosbach. Am Aschermittwoch beendet das Heringsessen um 19 Uhr im Vereinssaal die Kampagne.   ffw

Der GCC hatte wieder ein gelungenes Programm mit Tänzen und Büttenreden für den Seniorennachmittag der Stadt zusammengestellt. Im voll besetzten Vereinssaal genossen Eppsteins ältere Mitbürger Gardetänze und schlagfertige Beiträge von Protokoller Anton Dostal, Mephisto Erich Dambacher und Lottoträumerin Brigitte Jopp. Ein ausführlicher Bericht folgt.   bpa

 


 

 

Höchster Kreisblatt vom 03.02.2015 / 2

Fulminante Nachwuchs-Narren

Niederjosbach. 

Jede Menge Spaß, super Stimmung und ein tolles Programm präsentierte der närrische GCC-Nachwuchs bei seiner Sitzung "Jugend in der Bütt". Die etwa 80 Kinder und Jugendlichen, die im GCC aktiv sind, bewiesen im Vereinssaal, dass sie nicht nur in Sachen Gardetanz mit den Großen mithalten können. Mit farbenprächtigen Kostümen und mitreißenden Choreographien bezauberten die Tanzgruppen das Publikum. Als "Schmetterlinge" marschierte die Garde ein und verbreitete einen Hauch von Frühling. Die "Delphine" luden mit ihrer temperamentvollen Polka zum Mittanzen ein. Und die kleinen "Mäuse" begeisterten mit ihrer drolligen Show ebenso wie die Solotänzerinnen Jesssica Kilb und Ann-Kathrin Müller und das Garde-Duo Jacklyn und Julia Kleindienst mit ihren perfekten Auftritten.

Jannis Rösner, zwar erst 15 Jahre jung, aber in Sachen Fastnacht schon ein "alter Hase" stieg erneut als Protokoller in die Bütt und bewies, dass Wortwitz und Beobachtungsgabe altersunabhängig sind. Und er hatte viel zu berichten – zum Beispiel von der "Jahrhundertflut", die das Unwetter Niederjosbach im Sommer bescherte: "Oh Schreck, oh Graus; wie sah die Obergass nur aus? Man wurde wie vom Schlag getroffe, de Obergass war abgesoffe! Drum lasst die Leut net leiden, benutzt die Obergass nur noch zum Wellenreiten."

Doch der junge Mann blickte über den Tellerrand des Orts hinaus und machte sich seine Gedanken zu den "großen Ereignissen" in der Burgstadt. Die Baustellen auf der Hauptstraße kommentierte er ebenso wie die überflüssigen Verkehrsschilder im Stadtgebiet und den Wasserschaden in der Comeniushalle. Eppsteins berühmtes "Blitzer-Pony" durfte in seinem Protokoll nicht fehlen. Auch die Nachwuchs-Büttenredner Lucas Rasch, Chantal Steimer und Nicolel Lierhammer brachten das junge Narrenvolk zum Lachen. Dafür wurden sie mit Riesen-Applaus und donnerndem "Helau" belohnt. Bevor alle zum bunten Finale auf die Bühne kamen, heizte der GCC-Nachwuchs mit einer fulminanten Mini-Playback-Show ein, bei der der ganze Saal mitmachte.

(sie)

 


 

 

Höchster Kreisblatt vom 03.02.2015

Kehraus des "Besenmanns"

Von Robin Kunze

Abschied und Neuanfang bei der Prunksitzung des "Gusbacher Carneval Clubs": Dirk Büttner wird Nachfolger von Protokoller Anton Dostal und wird den Politikern künftig ebenfalls als "Besenmann" die Leviten lesen.

Niederjosbach.

Als nach 20 Minuten eine Stimme aus dem Hintergrund Elferratschef Heinz Seebold das Wort abschnitt, war noch alles wie gewohnt. Anton Dostal, beim GCC besser bekannt als der "Besenmann", bestieg die Bütt, um das Protokoll zu verlesen. Wie in den 17 Jahren zuvor brachte er die verschiedenen Missstände in und um Niederjosbach in Vierzeilern zur Sprache, um mit ihnen auszukehren. Dennoch war es ein besonderer Moment, denn kurz darauf holte sich Dostal Verstärkung auf die Bühne und stellte mit Dirk Büttner seinen Nachfolge-Protokoller vor. "So ein Moment ist nach 17 Jahren natürlich mit Emotionen verbunden", gestand Dostal später. Doch den Zeitpunkt seines Abganges als "Besenmann" hatte er selbst gewählt.

"Der Hintergrund ist, dass unsere Familie mittlerweile nicht mehr in Niederjosbach wohnt", erklärt er. Vor seinem Umzug in den Idsteiner Stadtteil Heftrich war Anton Dostal lange Zeit politisch engagiert in Niederjosbach, war dort lange Zeit Stellvertretender Ortsvorsteher und saß für die CDU im Stadtparlament. "Da war man politisch natürlich an der Quelle", sagt er. Im Gegensatz zu anderen Protokollern der Fastnacht habe er sich daher stets den regionalen Themen gewidmet und sich nie die große Weltpolitik vorgenommen. Besonders am Schlagabtausch mit den politischen Gegnern konnte der Christdemokrat sich während der närrischen Zeit erfreuen. "In der politisch-literarischen Rede wird schon ordentlich draufgehackt", erklärt er schmunzelnd, "aber meistens haben sich die Kollegen der SPD dann bei unserer zweiten Sitzung gewehrt."

Diesen humorigen Schlagabtausch wird künftig Dirk Büttner, ebenfalls CDU, fortführen dürfen. "Es hat sich die tolle Chance ergeben, in ihm einen Nachfolger zu haben, der nicht auf den Mund gefallen ist", beschreibt Dostal seinen "Erben". Statt einem Zepter übergab Dostal symbolisch seine Requisite, den Besen. "Ich habe ihm freie Hand gelassen, doch er fand das mit dem Besenmann so gut, dass er es fortführen wollte", berichtet Dostal mit Stolz. In seinem ersten Protokoll legte sich Büttner dann auch gleich mit der Bahn an, die zwar selten pünktlich käme, dafür aber zuverlässig stets teurer werde. Auch die Telekom bekam für die Netzversorgung im Ort ihr Fett weg, denn "ehe sich im Internet eine Seite aufbaut, trifft dich beim Scheißen der Blitz".

Nach der Feuertaufe Büttners kehrte auch Anton Dostal noch einmal in die Bütt zurück, denn dort wird er auch künftig beim GCC vertreten sein. "Das ist jetzt eine neue Rolle als älterer Mann, der sich gerne über alles und jeden beschwert", so Dostal, "da wird es dann auch neue Themen geben." Neben den Reden trugen auch die Auftritte der Jugendgarden zu einem launigen Abend bei. Gerade die Jüngeren liegen auch Dostal am Herzen. "Denn die hervorragende Jugendarbeit, die im Karneval Kreis Wiesbaden so sicherlich einmalig ist, machen den GCC aus", erklärt er. Man müsse dem Nachwuchs, der vielerorts bemängelt werde, nur die Möglichkeit geben, sich selbst zu entfalten. "Dann", so Dostal, "kommen die jungen Leute auch zur Fassnacht." Dort können sie sich dann an engagierten Narren wie Anton Dostal ein Vorbild nehmen.

 


 

 

Höchster Kreisblatt vom 19.02.2014

Lauter Eigengewächse

Von Dennis Blatt

GCC feiert Jubiläum mit Bischofs-Fan, babbischem Wolf und "Heinzino"

Der Gusbacher Carneval-Club hat mal wieder eine hausgemachte Sitzung hingelegt. Die Jugend folgte einen Tag später (Text unten).

Niederjosbach.

"33 Jahre GCC, was is die Fassenacht so schee!" So ist es im Sitzungssaal des Gusbacher Carneval Clubs in großen Lettern zu lesen – und so stimmt es auch. Die Niederjosbacher begehen ihr närrisches Jubiläum von drei mal elf Jahren mit einer bunten Show, die sich hinter keiner Fernsehsitzung zu verstecken braucht. Der GCC überzeugt durch natürlichen Charme, das Ungekünstelte, die grundlegende Freude an der Fassnacht. Da besteht die Kapelle aus einem Mann, da wird noch kurz vor der Sitzung ein Mitglied aus dem Publikum zum Elferrat geholt, da feiern die Zuschauer ihren Sitzungspräsidenten als echten Superstar. Die erste Prunksitzung des GCC vereinte junge und alte Besucher bis weit nach Mitternacht.

Den Anfang im ausverkauften Saal machte die Frauengesangsgruppe "Die Knallbonbons", die frei nach Udo Lindenberg verkündeten: "Vor 33 Jahren fing für uns der Fasching an. Mit 33 ist noch lange nicht Schluss." Seit 15 Jahren kommt der "Besenkehrer" Anton Dostal immer wieder in die Bütt zurück, um als hauseigener Protokoller zu erzählen. Bezeichnet er die Verteidigungsministerin noch als "Kompaniemutter" schlägt er sich überraschend auf die Seite des "kritikgebeutelten" Limburger Bischofs, schließlich habe dieser viele Millionen ins Handwerk investiert. Noch kirchlicher wurde es mit dem Überraschungsauftritt einer Eminenz aus Italien, die dem GCC und seinem Sitzungspräsidenten und Vorsitzenden Heinz Seebold Glückwünsche vom Papst persönlich überbrachte. Elke Ickstadt wandte sich mit ihrer Übersetzerin für "Fassnachtsitalienisch", Erika Messinger, an "Heinzino, grande Diktator de GCC".

Vortrag ohne Vortrag

Nachwuchsredner Felix Mundorff bewies echtes Kalkül und stieg ohne Vortrag in die Bütt, um einen Vortrag zu halten, wie es dazu kam, dass er ohne Vortrag einen Vortrag hält. Damit reiht er sich sicheren Schritts bei den Vereinsrednern ein, die mit Seebold, Jutta Weiss und Beate Mühl echte Urgesteine des GCC auf die Bühne brachten. Während Seebold und Weiss unter Jubel- und Buhrufen den ewigen Streit der Geschlechter ausfochten, wusste "Oma" Mühl von Doktoren und geradezu elektrifizierenden Momenten auf dem Elektrozaun zu berichten.

Die Gruppe "Handkäs mit Mussig" – Juliane Breitner, Stephan Assmann und Gerhard Schnädtler als Dornröschen, schöner Prinz und "zottlischer, babbischer Wolf" – versuchten den Äppler-Nachschub zu sichern. Elmar Alhäuser und Dirk Büttner, berichteten als Saaldiener und Hausmeister des Rathauses von den dortigen Vorgängen. Dazwischen bezaubern die Tanzgarden des GCC das Publikum. "Delfine", "Solaris" und "Rote Tatongkas" sind nur drei der fünf Gruppen. Ann-Kathrin Müller und Jessica Kilb eroberten mit ihren Soloauftritten die Herzen der Zuschauer. Ebenso ihre Kolleginnen Maike Sickenberger, Jenny Römer, Jacklyn und Julia Kleindienst in ihren Auftritten als Garde-Duos.

Die zweite Hälfte des sechsstündigen Programms füllten Gesangs- und Showtanzeinlagen, die das Publikum erneut fesselten. Unter anderem durch eine herausragende Lichtshow der Gruppe "Die Twister". Willi Kietzmann honorierte das Vereinsjubiläum auf seine Weise, indem er als "wandernder Schnäppchendoktor" und geübter Schnellsprecher sein Bühnenprogramm der vergangenen 20 Jahre vereinte. Zum gelungenen Finale trug die Gruppe "Die Chartbreaker" mit einem "Bonney M"-Medley bei.

Es ist selten, dass ein kleiner Verein wie der GCC ein derart langes Programm ausschließlich mit hauseigenen Leuten füllen kann. Doch der Club genießt die breite Unterstützung der Ortschaft und wird von viel Nachwuchs und finanzieller Unterstützung seiner Senatoren sicher getragen. Thomas Sossenheimer, der mit Seebold das Programm in monatelanger Arbeit erstellt hat, bestätigt: "Wir sind kein Verein, wir sind eine Familie." Selbst die vielen Hilfskräfte, denen ein Dank gebühre, kämen aus dem Verein. Mit solchen Voraussetzungen kann man getrost darauf vertrauen, was zum Eingang der Prunksitzung gesungen wurde: "Mit 33 ist noch lange nicht Schluss!"


 

 

Höchster Kreisblatt vom 19.02.2014

"Statt laufen und springen nur noch schwimmen"

Von Melanie Taylor

Nicht nur Jannis Rösner trifft bei der Gusbacher Jugendsitzung den Geschmack der Narren-Fans.

Niederjosbach.

Ja, ja. Man hat es nicht leicht als Kind in der Familie. Warum? Die Erwachsenen haben über die Jahre unzählige Macken ausgebildet, wollen davon aber bloß nichts hören. Tut Kindermund dennoch mal Wahrheit kund, kann sich der bedauerliche Sprössling auf Ärger einstellen.

Im Kreis ihrer Altersgenossen und im Schutze der "fünften Jahreszeit" packte die junge Büttenrednerin Emeli Iglesias-Weber, die später noch mit einem Verdienstorden ausgezeichnet wurde, zur Freude ihrer kleinen und großen Zuhörer dennoch mal richtig aus: "Egal ob vornehm, nüchtern oder hemmungslos blau – ich kenne sie alle ganz genau", behauptete sie keck bei "Jugend in der Bütt" vom Gusbacher Carneval-Club (GCC).

Mit dem Beweis hielt sie nicht lange hinter dem Berg und enthüllte allerlei über ihren Opa, "den verrückten Alten", ihre Oma, die gleich drei Diäten auf einmal halte – von einer werde man schließlich nicht satt – sowie über ihren Onkel, der als Bauer stinke wie ein Bock, aber nicht zu Unrecht behaupte: "Lieber dreckig und reich, als sauber und arm."

Tolle Stimmung, ein unterhaltsames und kurzweiliges Programm sowie süße, talentierte und witzige Kinder und Jugendliche konnten die Besucher im Vereinssaal erleben. So zeigte die Garde "Delphine" wunderbar gestreckte Arme und Beine, strahlende Gesichter, mitreißende Schrittkombinationen und eine beschwingte Choreographie zu moderner Partymusik. Protokoller Jannis bemerkte spitz mit Blick auf den noch nicht eröffneten neuen Edeka-Supermarkt unterhalb der Burg: "Drum sage ich euch allen: Findet an den Ruinen Gefallen, die dort ragen ins Abendlicht, denn ein neuer Bau ist noch lange nicht in Sicht!" Und zum Wasserschaden in der Comeniusschule skandierte er: "Statt laufen, rennen, klettern, springen, konnte man da nur noch schwimmen."

Über 80 Jugendliche sind im GCC aktiv, vor allem in den Garden. Auch Duos und Solotänzer gibt es immer. Ein besonders Schmankerl zum 33. Vereinsgeburtstag präsentierten Jenny Römer und Roman Stark: Selbst für die Organisatoren überraschend hatten sie einen Paartanz einstudiert, den sie synchron und mit fabelhafter Ausstrahlung sowohl auf der Prunk- als auch auf der Kindersitzung präsentierten. Unter dem Motto "Wenn der Mann aus dem Haus ist" wirbelten die "Schmetterlinge" über die Bühne und tauschten die "hausfrauliche" Kittelschütze gegen knackige Kostüme. In der Bütt standen Lucas Rasch, Dominik Grossmann (Marxheim) sowie die lustige Dreier-Kombo – Präsident Heinz Seebold mit den Brüdern Timon und Jannis Rösner.


 

 

Eppsteiner Zeitung vom 19.02.2014

GCC noch lange nicht ausgekehrt

Soli, Duos, Trio, Gardetanz, Show- und Gesangseinlagen entfalteten ein farbenprächtiges und schillerndes Panorama zum 33. Jahrestag des GCCs –…

… die kostümierten Besucher im ausverkauften Vereinssaal in Niederjosbach erlebten am vergangenen Samstag in rund sechs Stunden Prunksitzung ein Feuerwerk aus 25 Programmpunkten. Bühnenmaler Manfred Litzius hatte wieder ein fröhliches Bühnenbild mit Besenmann, Dorfbrunnen und Narr vor der Burgruine entworfen.

Die Musikgruppe stimmte mit "Vor 33 Jahren, da fing der Fasching an", ihrer Version von Udo Jürgens Klassiker, auf den närrischen Geburtstag des Vereins ein. Dann wirbelte die Garde Delphine mit einer Polka über die Bühne, um gleich darauf dem Protokoller und Besenmann Anton Dostal Platz zu machen. Der kehrte mächtig aus. Der Friede im Hollergewann sei Fehlanzeige. Die vielen Ausnahmegenehmigungen gehörten ausgekehrt, fand er. Weil über Nacht aus der Bremthaler Halle ein Swimming Pool gemacht wurde, hilft Gusbach der Bremthaler Kinderfastnacht, "sonst wär’ die Breendler Fastnacht ausgekehrt".

Dostals Besen fuhr mit kräftigen Strichen übers vergangene Wahljahr, kehrte Wiesbadener und Eppsteiner Bürgermeisterwahl auf ein säuberliches Häufchen. Er legte das Eppsteiner Regierungsgeheimnis für die Hessische Landesregierung frei: Schwarz-Grün funktioniere, Rot-Rote Träume seien damit ausgekehrt. Bis Berlin habe das sich allerdings nicht herumgesprochen.

Da spendete sogar der Papst seinen närrischen Segen

Das Treiben der NSA hätte man früher Spionage genannt, es gehöre ausgekehrt, wetterte Besenmann Dostal.

Keinen guten Spion in seinen Diensten hatte Vorsitzender Heinz Seebold. Deshalb wurde er von der Geburtstagsüberraschung aus dem Vatikan völlig überrascht. Karin Dostal hatte das Geheimnis gut gehütet: Der Papst, alias Elke Ickstadt, verlas italienisch-hessische Glückwünsche und gab zum Schluss "con molto trallala" seinen närrischen Segen "Urbi et Orbi". Der Saal war von so viel geistiger Erbauung und der perfekten "Übersetzung" durch Dolmetscherin Erika Messinger begeistert.

Eine Büttenrede zu schreiben, kann doch nicht so schwer sein. Das dachte sich auch Felix Mundorff. Sein wunderbarer Kampf mit dem weißen Blatt Papier zeigte, wie gründlich man mit dieser Ansicht daneben liegen kann. Herausgekommen war sein Vortrag "Kein Vortrag". Nach diesem Gehirnjogging tanzte Ann-Kathrin Müller ihr rasantes Solo. Ein optischer und sportlicher Leckerbissen, im Gegensatz zur Männerfeindin Jutta Weiss. Sie lästerte solange über die Männer und ihre Schwächen, bis es Sitzungspräsident Heinz Seebold zu bunt wurde und er auf die Bühne stürmte. Dort lieferten sich die beiden ein Wortgefecht darüber, wer wohl das bessere Geschlecht sei. Seebold zog vom Leder: "Männer sind der Sonnenschein auf Erden, aus Frauen können doch nur Schreckschrauben und Monster werden". Seebold erhielt viel Unterstützung im Saal, aber auch für die weibliche Sicht wurde heftig gejohlt. Versöhnt wurden die beiden Lager durch das Garde-Duo Jacklyn und Julia Kleindienst, das mit viel Applaus bedacht wurde.

Beate Mühl gab als Oma Einblick in die Sorgen und Nöte der alten Leute. Wie nimmt man seine Medizin? Und wer bezahlt die Fahrkarte, wenn auf dem Beipackzettel steht, man müsse die Tropfen in einem Zug nehmen? Auch das Spazierengehen kann Fragen aufwerfen, war es nun wilde Leidenschaft oder doch nur die Folgen des elektrischen Weidezauns?

Fast wie aus dem Märchen verzauberten die Tänzerinnen der Garde Solaris in rot-schwarzen Kostümen mit ihrer Polka. Als letzte Redner vor der Pause stiegen Elmar Alhäuser als städtischer Saaldiener und Dirk Büttner als Hausmeister in die Bütt. Die Voraussetzung, um Bürgermeister zu werden sei einfach, lautete ihre Erkenntnis. Man müsse nix können. Auf den Plakaten hätten ihnen die Kandidaten besser gefallen. Dort seien sie tragbar gewesen, hätten kein dummes Zeug geschwätzt und wären leicht zu entfernen gewesen.

Dann machten die beiden Verbesserungsvorschläge für die Stadt: Der "Rathausstrich" solle abgeschafft werden. Gemeint war die Markierung auf den Fluren, die Zuspätkommende und Zufrühgehende vor dem Zusammenstoß bewahren solle. Ob es den Ehlhaltenern hingegen gefällt, wenn ihr dolles Dorf geflutet wird, damit die neue Ehl-Talsperre des Seebadeortes Eppstein zur Stromversorgung beitragen kann, das darf bezweifelt werden. Falls Ehlhaltener im Saale waren, sie haben ihre Sorgen bei der nachfolgenden Polka der "Roten Tatongkas" mit Sicherheit vergessen.

Nach der Pause ging es gleich mit optischen Schmankerl weiter. Passend zu ihren Liedern schlüpften die Damen der Gesangsgruppe Knallbonbons in verschiedene Rollen. Über den Wolken schwebte die Pilotin, in Silberfolie gehüllt kam Kodo der Dritte aus der Sternenmitte, die geheimnisvolle Suleika zog in der Karawane mit ihrem Scheich weiter, der Cowboy holte das Lasso raus, der Indianer ließ den Löwen heut’ Nacht schlafen, ein Vodoomaster machte Afrika unsicher.

Die Knallbonbons führten durch eine Zeitreise der vergangenen 33 Faschingsjahre bis zum Auftritt des Dreigestirns. Perfekt bis in die Fingerspitzen tanzte danach die begeisterte Tänzerin Jessica Kilb ihr Solo. Ihr Können zeigt sie auch überregional bei großen Faschingsveranstaltungen. Nach ihrem Solotanz tobte der Saal, aber Zugaben ließ das straff organisierte Programm nicht zu. Genauso gefeiert wurde das Show-Duo Maike Sickenberger und Jenny Römer bei ihrer Show Candyman. In verschiedenen Kostümen schlüpften sie bei ihrem pantomimischen Tanz in wechselnde Rollen.

Der späten Stunde Rechnung tragend, beschränkten sich die Büttenreden auf den Vortrag des wandernden Schnäpschendoktors, alias Willi Kietzmann. Der Bremthaler Kietzmann steht seit elf Jahren in der Bütt. Er erklärte, wie vorteilhaft ein Stückchen Hals beim Trinken sein kann. Auch Kietzmann wechselte sein Kostüm mehrfach. Der Schnäpschendoktor verwandelte sich in den Schnäppchenjäger, der die Discounter unsicher macht und als Webshopper online für den letzten Nepp bietet. Die vielen Pakete führten zur Postallergie bei seiner Frau. Als Wanderer gab er heftig, deftig Einblick, wie pfiffige Jungs in der Fremde Freude haben und wie die daheimgebliebenen Frauen es ihnen je nach Mentalität gleichtun.

Eine spektakuläre Lichtershow folgte dem letzten Vortrag. Die Twister malten mit leuchtenden Stäben, Ringen und Bändern Figuren in die Dunkelheit, um mit einem leuchtenden Helau zu enden. Feurig funkelte das Kunstfeuer der Garde Delphine bei ihrem Showtanz aus der Steinzeit. Keulen und Knochen schwangen die Damen in den braunen Zipfelkleidern, während die nachfolgende Garde Solaris mit flotten 20er Jahre-Kleidchen den Charleston tanzten. Neonfarbig gekleidet zeigten die Roten Tatonkas ihren Showtanz "Neue Deutsche Welle".

Den fulminanten Endpunkt setzten die Männer der Chartbreaker mit ihrer Playbackshow, bei der vor Lachen kein Auge trocken blieb. Grandios, wie die Künstler parodiert wurden und alte Discoknaller das Publikum mitrissen.

Sechs Stunden fantasievolles, kurzweiliges Programm endeten mit einem Luftballonregen und dem Aufmarsch beim Finale. ffw


 

 

Höchster Kreisblatt vom 11.02.2014

Keine "goldene Henne"

Senatoren helfen, GCC-Etat von bis zu 3000 Euro im Jahr zu decken

Aufgenommen wird nicht jeder. Nur wer sich zuvor bereits für den närrischen Club engagiert hat, darf auf diese Auszeichnung hoffen.

Niederjosbach.

Helau, Alaaf, ein dreifach Tusch – zur Fassenacht herrscht Freude, Spaß und Leichtigkeit. So sieht es zumindest für Außenstehende aus. Doch aktive Narren wissen, wie viel Arbeit und nicht zuletzt auch Geld für die "fünfte Jahreszeit" aufgebracht werden muss. Nun ist der Gusbacher Carneval Club (GCC) mit aktuell 260 Mitgliedern komfortabel aufgestellt, doch ohne Geldgeber wäre die Fassenacht im gewohnten Rahmen in Niederjosbach kaum möglich. "Ohne Sponsoren würde es wohl in keinem Karnevalverein laufen, einige würden wahrscheinlich zumachen müssen", erklärt Heinz Seebold.

Drei neue Helfer

Der Vorsitzende und Sitzungspräsident kennt sich aus, ist seit den Gründungstagen vor 33 Jahren dabei und zählt zum Kreis der "Senatoren". Mit diesem Titel ehrt der GCC seit 1994 besonders engagierte Gönner des Vereins, und bisher durften sich elf Helfer damit schmücken. Beim Senatorenempfang wurden mit Jürgen Heine, Paul Weiss und Michael Jung weitere Wohltäter aufgenommen.

"Es ist schon eine gewisse Ehre", sagt Heine, "so sehe ich es jedenfalls an". Und genau als solche ist es auch gemeint. Senator wird nur, wer sich bereits für den Verein eingesetzt hat. Eine Verpflichtung entsteht daraus nicht. Im Gegenteil – den Ausgezeichneten ist etwa der Eintritt ohne Karte zu sämtlichen Veranstaltungen gewährt. "In der Regel zahlt man aber dann doch seinen Obolus", erklärt Thomas Sossenheimer. Er gehört zu den ersten Senatoren von 1994. "Durch diesen Titel sollen Sponsoren einfach einen direkten Bezug zum Verein bekommen und sich nicht nur als goldene Henne fühlen", sagt der Zweite Vorsitzende. Es geht dabei um Wertschätzung.

Für die 80 jungen Narren

Dabei steuern die Gönner des Vereins gerne etwas bei, denn schließlich wissen sie, wohin das Geld fließt. "Der GCC ist ein relativ kleiner Verein, der aber eine großartige Jugendarbeit leistet", sagt Weiss, der sich auch in Niedernhausen für den Karneval einsetzt. "Wenn man dazu etwas beitragen kann, gibt es einem ein gutes Gefühl", ergänzt Heine. Über 80 junge Narren hat der GCC und stellt gleich fünf Gardeformationen. Rechnet man die Ausgaben für Kostüme, Ausflugsfahrten und sonstige Veranstaltungen, wie etwa Weihnachtsfeiern, zusammen, komme der Club auf einen jährlichen Betrag von rund 2500 bis 3000 Euro, rechnet Seebold vor. Eine Summe, die alleine mit Eigenkapital nicht zu stemmen sei. Dank der Senatoren bleibe nicht nur der Jugend der Spaß an der Fassnacht erhalten.

 


 

 

Eppsteiner Zeitung vom 11.02.2014

Mit Fleiß und Schlagfertigkeit

Mit dem Senatorenempfang läutet der GCC traditionell die heiße Phase der Fastnachtskampagne ein.

Knapp eine Woche vor der ersten Prunksitzung am kommenden Samstag, luden die Gusbacher Narren ihre Senatoren und zahlreiche Vertreter befreundeter Vereine und der Wiesbadener Dachorganisation der Narrengilden ein. Neben dem Wiesbadener Prinzenpaar Prinz Janosch I und Prinzessin Stephania I gab sich auch die Hofheimer Ambett Loretta die Ehre. Der Erste Vorsitzende Heinz Seebold führte durchs Programm und wurde selbst ausgezeichnet für seine langjährigen Verdienste.

Nicht nur der GCC feiert dieses Jahr sein 33-jähriges Bestehen. Seebold, der von Anfang an als Sitzungspräsident im Elferrat saß, ist mit 33 Jahren der dienstälteste Sitzungspräsident in der Region. Der Vorsitzende der Wiesbadener Dachorganisation Karneval, Werner Mühling, gratulierte dem "33-jährigen Heinz" und überreichte ihm als Anerkennung einen Hefezopf in Form einer 33.

Eigentlich feiere er schon sein persönliches 44. närrisches Jubiläum, verriet Seebold am Rande: Vor seinem Beitritt zum GCC war er schon elf Jahre in der Bremthaler Fastnacht aktiv. Warum es ihm immer noch gelinge, das Publikum zu verblüffen, verdankt er sicherlich seiner Schlagfertigkeit und natürlich seinem Fleiß: "Man muss immer auf dem Laufenden sein, Zeitungen lesen, die neuesten Nachrichten kennen und an passender Stelle einbauen." So verblüffte er in diesem Jahr das Publikum mit einer Zuschauerschätzung: "Ich begrüße einfach die rund 1600 Zuschauer und erkläre dann den erstaunten Gesichtern, dass ich mich auf eine Erhebung des ADAC berufe."

Bis zu seinem 70. Geburtstag in drei Jahren will er weitermachen, das habe er dem Verein versprochen. In der Zwischenzeit hofft er einen Nachfolger aufbauen zu können.

Goldene Narrenkappe für den Fahrzeugtechniker des GCC

Rund 240 Mitglieder hat der GCC, darunter 110 Aktive, gut ein Drittel davon Kinder und Jugendliche. Deshalb ist es seit Jahren Brauch, dass auch der Nachwuchs geehrt wird: Diesmal fiel die Wahl auf die zehnjährige Emeli Iglesias-Weber. Dietmar Jerger von der Interessengemeinschaft Mittelrheinischer Karneval verlieh ihr den Jugendverdienstorden. Offiziell überreicht wird er am kommenden Sonntag bei "Jugend in der Bütt".

Während die drei neuen Senatoren noch auf Uniform und Senatorenkappe warten mussten, erhielt Erika Mundorff für ihre treuen Dienste als Mundschenk der Senatoren eine mit weißem Pelz verbrämte und mit einer Kugel verzierte Narrenkappe – und freute sich sichtlich über diesen Gag: "Ich habe schon einige Orden, unter anderem die Goldene Narrenkappe", sagte sie lachend, "aber diese Kappe ist wirklich etwas Besonderes". Mundorff fing, als sie 1982 zum Verein kam, bei der Frauengesangstruppe "die Knallbonbons" an, trainierte später fast 20 Jahre lang die Mäusegarde, die sie auch heute noch betreut, genau wie die Tänzerinnen der Tantongkas.

Die Goldene Narrenkappe, die höchste Auszeichnung des GCC, erhielt in diesem Jahr Bernd Nell. Der 52-jährige Niederjosbacher gehört dem GCC ebenfalls seit der Vereinsgründung an. In den vergangenen Jahren baute er den Komiteewagen des Elferrats komplett neu auf, reparierte Bremsen, Achsaufhängung und den gesamten Unterboden des Fastnachtsaufbaus. "Im Jubiläumsjahr soll der Wagen endlich über den TÜV", sagte Seebold. Die Anforderungen an die Sicherheit bei den Fastnachtszügen sei in den vergangenen Jahren enorm gestiegen. Mindestens drei Umzüge stehen pro Saison an: In Fischbach, Hofheim und natürlich am Fastnachtsdienstag in Niederjosbach ist der Komiteewagen diesmal dabei. Mit dem geplanten zusätzlichen Jubiläumszug im Herbst, fährt er 2014 sogar viermal.

Seit dem vergangenen Sommer sei er schon an der Arbeit, um den Hänger für die Karnevalsaison aufzubauen. 2012 erhielt der Komiteewagen bereits einen neuen Kofferraum und einen neuen Aufgang an der Rückseite. 1860 Kilogramm Leergewicht bringt der umgebaute, ehemalige Bauwagen auf die Waage. Jetzt muss er nur noch das TÜV-Gutachten bestehen, "dann können wir losziehen", freut sich der GCC-Vorsitzende.

Er sei trotzdem bei jedem Umzug aufs äußerste gespannt, sagt Seebold: "Die Kinder sehen nur die Bonbons und nicht die großen Räder der Zugmaschinen", weiß er aus langjähriger Erfahrung. An besonders engen Kurven erteile er deshalb Wurfverbot. Dennoch muss er von seiner erhöhten Warte aus immer wieder die Eltern an ihre Verantwortung erinnern: "Ich mache das zwar humorvoll und reiße Witze dabei, meine es aber bitterernst", sagt der 67-Jährige der selbst inzwischen zwei kleine, quirlige Enkel hat.

Der vierjährige Cosimo ließ beim Senatorenempfang den Opa kaum aus den Augen und konnte sich an den glitzernden Kostümen und Tänzern kaum satt sehen. Vor allem das neue Tanzpaar Jennifer Römer und Sven Stark hatte es ihm angetan. Jennifer tanzt seit vielen Jahren in den Garden des GCC und stand auch schon als Rednerin bei der Jugend in der Bütt. Jetzt gelang es ihr, ihren Freund Sven Stark für eine Choreografie in der närrischen Jubiläumssaison zu gewinnen. Zehn Trainingseinheiten mussten zur Vorbereitung reichen. Am Sonntag hatten die beiden ihren ersten offiziellen Fastnachts-Auftritt und wurden begeistert aufgenommen. bpa